Vorschriften

Auch der Transport einer Schusswaffe von der eigenen Wohnung zum Schießstand stellt ein Führen im Sinne des Waffengesetzes dar. Wer eine Waffe führen möchte, braucht grundsätzlich eine Erlaubnis, also einen Waffenschein. Die Ausnahmen zu diesem Grundsatz sind in §12 Abs. 3 WaffG 2. aufgeführt:

diese nicht schussbereit und nicht zugriffsbereit von einem Ort zu einem anderen Ort befördert, sofern der Transport der Waffe zu einem von seinem Bedürfnis umfassten Zweck oder im Zusammenhang damit erfolgt;

Lt. Anlage 1, Abschnitt 2, 12  ist eine Schusswaffe dann nicht schussbereit, wenn sie nicht geladen ist. D.h. konkret, es dürfen sich keine Munition oder Geschosse in der Trommel, im in die Waffe eingefügten Magazin oder im Patronen- oder Geschosslager befinden. Ist die Munition also außerhalb der Waffe, etwa in einer Munitionsschachtel im gleichen Transportbehältnis, ist die Forderung des Gesetzes bereits erfüllt.

Ein Transport der Waffe zu einem von seinem Bedürfnis umfassten Zweck ist für den Sportschützen beispielsweise die Fahrt von der Wohnung zum Vereins-Schießstand, zu Wettkämpfen oder zum Büchsenmacher.

Bei nicht zugriffsbereit kommt der Waffenkoffer ins Spiel. Denn nicht zugriffsbereit bedeutet, dass die Schusswaffe in einem verschlossenen Behältnis mitgeführt werden müssen. Hierbei gibt es zwei Auslegungen von verschlossen: beispielsweise genügt für Einhandmesser ein gut verschnürter Rucksack. Für erlaubnispflichtige Schusswaffen dürfte angesichts der generellen Pflicht zur besonderen Absicherung  von Schusswaffen eine so niederschwellige Auslegung von ‘verschlossen’ nicht greifen – vielmehr muss das Behältnis mit einem festen Zugriffshindernis versehen sein. Als solches gilt, was durch den Einsatz eines zerstörenden Werkzeuges (etwa Messer gegen Kabelbinder), eines Schlüssels oder Anwendung eines Codes (Zahlenschloss) überwunden werden kann.

Ein sicherer Transport sollte nach der Empfehlung des Deutschen Schützenbundes grundsätzlich in einem abgeschlossenen Waffenkoffer erfolgen. Um die Vorschriften zum Transport von Waffen und Munition zu erfüllen, sind die Waffenkoffer mit Zahlenschlössern oder Schlüsselschlössern versehen oder zumindest ist ein Loch durch den Griff/Verschluss gebohrt, durch den man ein Vorhängeschloss durchziehen kann. Wer in das Thema Schusswaffen- und Munitionstransport oder generell ins Thema Waffenrecht eintauchen möchte, dem sei wärmstens das Buch Vorbereitung auf die Waffensachkundeprüfung für Sportschützen, Waffensammler und das Bewachungsgewerbe* von A. Busche ans Herz gelegt.

Weitere Quellen:
Neue gesetzliche Regelungen für den Transport von Schusswaffen und Munition in Deutschland

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